
Geschichte der SparteGegründet wurde die Judo-Sparte des Marner Turnvereins am 1. Februar 1955 durch die Brüder Gerhard und Manfred Hildebrandt und die Sportfreunde Uwe Jens und Hans-Dieter Kock.
Judo war noch vielen unbekannt. Entsprechend schwierig war es daher, diese Sportart in Dithmarschen populär zu machen. Zunächst versuchte man, aus entsprechenden Fachbüchern sich einige Kenntnisse anzueignen. Diese Methode war nicht gerade die Beste, denn es war niemand da, der sagen konnte, ob das Eingeübte richtig oder falsch war. Außerdem fehlte anfangs ein Trainingsraum, um praktisch üben zu können.
Im Juli 1955 wurde die Marner Judo-Sparte dann in den Judo Landesverband und damit auch in den Deutschen Judo-Bund aufgenommen. Es gelang, Kontakt mit dem damaligen 1. Vorsitzenden des Landesverbandes, Emil Richard aus Kiel, aufzunehmen . Er lud die Brüder Hildebrandt nach Kiel zu einem Lehrgang mit dem Japaner Suzuki ein. Auf diesem Judo-Lehrgang bekamen die Hildebrandts das Rüstzeug für den weiteren Aufbau ihrer Gruppe mit.
Emil Richard stand der Marner Judo-Sparte auch weiterhin mit Rat und Tat zur Seite. Er war an mehreren Wochenenden in Marne und hielt dort Lehrgänge ab. Da die Marner Judo-Sparte die einzige an der Westküste war, bezeichnete Richard diese als den Judo-Brückenkopf an der Westküste.
Am 7. Juli 1956 kam mit Hilfe des damaligen Präsidenten des Deutschen Judo-Bundes, Herrn Max Depke, die erste öffentliche Veranstaltung der Judo-Sparte zustande. Herr Depke brachte Judo-Sportler vom Lübecker Judoclub und den Judolehrer Eugen Hölzel mit Partnerin mit. Außerdem nahm der damals bestehende Judo-Amateur-Klub Heide an dieser Veranstaltung teil. Die Gäste zeigten den Marnern die Grundbegriffe des Judosports, Judowürfe und die waffenlose Selbstverteidigung. Außerdem wurde ein Judo-Lehrfilm gezeigt.
Im Jahre 1957 legten die vier Begründer ihre erste Gürtelprüfung ab. Bald darauf verließen Jens und Kock Marne aus beruflichen Gründen, was ein harter Schlag für die Judo-Sparte war. Aber es war Nachwuchs vorhanden und die Brüder Hildebrandt gaben nicht auf, so dass sie an weiteren Lehrgängen teilnahmen, um ihre Kenntnisse zu erweitern.
Eine besondere Hilfe wurde der Marner Judo-Sparte durch Helmut Gehl aus Kiel zuteil, da er sich mehrmals im Jahr als Judolehrer an Wochenenden den Marner Judokas zur Verfügung stellte. Durch ihn lernten sie das schulmäßige Kodokan-Judo, wie es in Japan gelehrt wird.

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|  Dies sind unsere Vorgänger auf den Marner Judomatten
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Durch gezielte Werbe- und Informationsveranstaltungen gelang es, viele neue interessierte Mitglieder zu gewinnen. Auch die weibliche Jugend fand Gefallen an diesem neuen MTV-Angebot. Nach einigen Monaten konnte man bereits daran gehen, eine Schüler- und Seniorenmannschaft zu bilden. Durch Freundschaftskämpfe mit anderen Vereinen gewannen die Marner Judoka Erfahrung und Routine in der Kampftechnik. Außerdem fand von nun an regelmäßig einmal im Jahr eine Gürtelprüfung statt. Am 19. April 1959 nahmen erstmals Marner Judoka an Landeseinzelmeisterschaften teil. Wenn es auch hier noch keine zählbaren Erfolge gab, war dies doch der Anfang für viele kommende große und kleine Marner Judomeister.
Im Jahr 1965 fand ein Wechsel in der Spartenleitung statt. Der bisherige Spartenleiter Gerhard Hildebrandt verzog nach Friedrichskoog und gründete dort eine Judogruppe. Sein Bruder Manfred übernahm als Leiter und Trainer die Marner Sparte. Selbst blieb er auch weiter aktiv. Im April 1967 konnte er seine Prüfung zum braunen Gurt ablegen. Aus beruflichen Gründen musste Manfred Hildebrandt 1968 sein Amt abgeben. Die Marner Gruppe wurde fortan für zwei Jahre von Fred Otzdorff geleitet. Anschließend kam Manfred Hildebrandt zu „seiner“ Gruppe zurück. Er baute sie weiter aus und führte auch das Jiu-Jitsu, die waffenlose Selbstverteidigung ein. Hildebrandt war dann auch der erste Marner, der den Dan, den schwarzen Gurt, tragen durfte. Die Prüfung legte er 1975 ab, es folgte ein Jahr später auch der 1. Dan im Jiu-Jitsu.
Zu den sportlichen Höhepunkten gehörte der 7. Platz beim Kieler-Woche-Turnier 1975, an dem 27 Mannschaften aus dem In- und Ausland teilnahmen. Noch wertvoller jedoch war der erste Landesmeistertitel, der nach Marne ging, und zwar an Rainer Busch.
Im März 1980 feierte die Marner Judosparte ihr 25-jähriges Bestehen mit einem großen Jubiläumsturnier in der Marner DGS-Halle. 264 Kämpfer aus dem ganzen Land Schleswig-Holstein waren am Start. Es war eine rundum gelungene Veranstaltung.
Bereits ein Jahr später verließ Manfred Hildebrandt endgültig die Marner Judogruppe aus privaten Gründen. Sein Nachfolger als Trainer und Spartenleiter wurde der Friedrichskooger Jens Tiedemann, selbst auch bereits Träger des Schwarzgurts. Die Jiu-Jitsu-Gruppe wechselte mit Hildebrandt von Marne nach St. Michaelisdonn.
Unter der Leitung von Jens Tiedemann konnten die Marner ihre kämpferischen Fähigkeiten weiter verbessern. Sie nahmen an vielen verschiedenen Meisterschaften und Turnieren teil und waren schon bald von den Ergebnislisten nicht mehr wegzudenken. Besonders zu erwähnen sind hier die Kämpfer Ulf Claußen, Thomas Rühsen, Peter Witt sowie Katja und Bert Müller. Auch wurden nun in Marne selbst Meisterschaften ausgerichtet.
Leider musste Jens Tiedemann bereits 1985 die Gruppe aus beruflichen Gründen wieder verlassen. Seine Schwester Gesche rückte für ihn nach und baute die von Jens geschaffenen Grundlagen weiter aus. Weiter auf der Erfolgsspur blieb Bert Müller, der sich mehrmals auf Landesebene platzieren konnte. Mit Maria Willeke und Meike Motika rückten aber auch zwei junge Nachwuchskämpferinnen immer mehr in den Blickpunkt. Später folgten mit Lea Tito und Marina Peters zwei Kämpferinnen, die im Land nahezu zwei Jahre lang unbesiegt blieben, eine sagenhafte Leistung. Mit Höbke Mohr und Jan Rottländer waren weitere Marner mehrmals auf Landesebene erfolgreich.
Der größte Coup allerdings gelang 1995 André Krebs. Er wurde Bezirks- und Landesmeister, dann auch 3. bei der Norddeutschen Meisterschaft in der Altersklasse U 15. Dies berechtigte ihn als ersten Marner überhaupt zur Teilnahme an der Deutschen Einzelmeisterschaft in Wiesbaden. Dort belegte er einen hervorragenden 7. Platz.
Trainerin Gesche Tiedemann konnte 1992 die Prüfung zum 1. Dan und 1996 zum 2. Dan ablegen und war damit lange Zeit einzige Danträgerin in den Marner Reihen. 1994 erlangte sie die Trainer-B-Lizenz. Für ihr Engagement erhielt sie 1995 die Verdienstmedaille der Stadt Marne überreicht.
Seit 1997 ist auch wieder eine Erwachsenengruppe in Marne aktiv, alles Hobby-Judoka. So konnten sowohl Mitglieder gewonnen werden, die bereits früher Judo betrieben haben, aber auch Neuanfänger fanden den Weg auf die Matte. Es zeigt sich, dass es sehr wohl möglich ist, bei dieser Konstellation effektiv zu trainieren. Bis zum heutigen Tage hat sich diese Gruppe fest etabliert. Schwerpunkt liegt in der persönlichen Fitness und der Technikvermittlung.
Nachdem Gesche Tiedemann viele Jahre hindurch fast alle Gruppen selbst trainiert hatte, trat sie ab dem Jahr 1999 kürzer. Seither ist sie nur noch als Trainerin der Erwachsenengruppe aktiv. Als Spartenleiterin hält sie aber nach wie vor die Fäden für die gesamte Gruppe in der Hand.
Da sie sehr früh auch großen Wert auf die Ausbildung des Trainer-Nachwuchses legte, stellte die Nachfolgeregelung kein ganz großes Problem dar. So hatte zunächst 1995 Malte Bornholdt die Trainer-C-Prüfung abgelegt. Ihm folgten später sein Bruder Hendrik Bornholdt und Jörg Heesch. Sie alle waren lange Zeit als Trainer der Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen tätig und erfolgreich. Im Jahr 2000 konnten Hendrik und Malte dann auch die Trainer-B-Ausbildung und Prüfung erfolgreich absolvieren. Damit verfügt die Sparte nunmehr über 3 B-Trainer und einen C-Trainer. Aus beruflichen Gründen mussten die drei dann leider Marne verlassen. Mit Patrick Thomsen stand aber sogleich der nächste Sportler in den Startlöchern,, der zwischenzeitlich auch die Trainerprüfung abgelegt hat und bis zum heutigen Tag die Kinder und Jugendlichen trainiert. Mit Alena Kromm und Alexander Rahn sind zur Zeit zwei weitere Marner in der Trainerausbildung. Auch sie sind schon mit den Kindern und Jugendlichen aktiv. Ebenfalls im Jahr 2000 konnte Malte Bornholdt die Prüfung zum 1. Dan ablegen. Damit ist er der zweite Dan-Träger in Marne. Sein Bruder Hendrik folgte ihm zwei Jahre später. Beide Bornholdt-Brüder streben noch in diesem Jahr (2005) den 2. Dan an. Die erforderlichen Teilprüfungen haben sie bereits erfolgreich bestanden. Mit Jörg Heesch und Hendrik Bornholdt konnten 2000 erstmals auch zwei Marner die Prüfung zum Landeskampfrichter bestehen. Zwischenzeitlich ist Hendrik sogar bereits Gruppenkampfrichter (d.h. er schiedst auf norddeutscher Ebene). Seit 2003 ist Spartenleiterin Gesche Tiedemann Trägerin des 3. Dans.Im Jahr 2004 ist mit Arnold Jäger ein weiterer Dan-Träger hinzugekommen, so dass es mittlerweile beim Training schon ganz schön „dunkel“ aussieht. Alle Marner Trainer legen heute neben der Vermittlung der Prüfungs- und Wettkampftechniken sehr großen Wert auf den theoretischen Hintergrund ihrer Sportart sowie auf die Ausbildung der Persönlichkeit insbesondere der kleinen Nachwuchsjudoka. Neben dem Sport stehen daher selbstverständlich seit Jahren auch weitere Aktivitäten auf dem Programm. Hierzu zählen z.B. Kinobesuche und Ausflüge. Alljährlich wird auch die Judo-Safari des Deutschen Judo-Bundes durchgeführt. Es folgte im März 2001 auch erstmals die Abnahme des Judo-Sportabzeichens. Von 2000 bis 2003 wurde in Marne auch Selbstverteidigung trainiert, und zwar das Ju-Jitsu. Mit Hendrik Bornholdt und Jörg Heesch verfügt die Sparte dabei über zwei qualifizierte Trainer, die selbst in dem Jahr die Prüfung zum 3. (Hendrik) bzw. 2. (Jörg) Dan in dieser noch jungen Sportart innerhalb des Judo-Verbandes Schleswig-Holstein bestanden. Leider konnte dies wegen der beruflichen Veränderung der beiden nicht fortgesetzt werden. Mit Johannes Peters und Marius Böhm konnten zwei Jungs der jetzt schon langen Liste Marner Landesmeister weitere Einträge hinzufügen. Zur Zeit sind einige junge Nachwuchskämpfer dabei, in deren große Fußstapfen zu treten. Auf Wettkampfmatten aktiv ist auch Jan Schramm, der zudem als Fremdstarter für den SSV Büchen antritt. Zweimal jährlich werden auch weiterhin Gürtelprüfungen durchgeführt. Dass die Arbeit und die Leistung der Marner auch im Vorstand des MTV gewürdigt wird, beweisen viele Ehrungen von Judoka zu Sportlern des Jahres. Zusätzlich wurde Gesche Tiedemann im März 2001 vom Kreissportverband die Verdienstnadel für ihre Arbeit überreicht. Bereits zwei Jahre zuvor hatte sie vom Judo-Verband Schleswig-Holstein die bronzene Ehrennadel überreicht bekommen. Im Jahr 2005 begeht die Sparte ihr 50-jähriges Jubiläum. Mit verschiedenen Aktionen wollen sie sich und ihren Sport der Öffentlichkeit vorstellen. Aber auch interne Veranstaltungen sind geplant. Das gesamte Trainerteam in Marne ist bemüht, den bisherigen erfolgreichen Weg weiterzugehen. Dabei soll aber selbstverständlich der Spaß am Sport sowohl für sie selbst als auch für diejenigen, die sie unterrichten, nie zu kurz kommen.


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